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Jahrmarkt Kappelrodeck

„Wir vespern schon im Rathaus, aber nicht den ganzen Tag“. Bürgermeister Stefan Hattenbach war in bester Jahrmarktslaune, als er mit seinen beiden Azubis Hanna Buntruh und Fabian Bimmerle einen fröhlichen Marktbummel unternahm und an einem Stand mit „Veschperbrettle“ hängen blieb. Dabei lüftete er das Geheimnis, dass man im „Kappler“ Rathaus hin und wieder Mäuse mit Specke fange und die Leibspeise der Mitarbeite Bratwürste seien, die aber ausdrücklich nur in der Mittagspause „geverschpert“ würden. Dessen ungeachtet zeigte sich der Bürgermeister beim Ausbildungsrundgang mit seinen jungen Mitarbeitern als Kenner von „Speck- und Veschperbrettle“ jeder Art, die es auf dem Jahrmarkt in Hülle und Fülle zu kaufen gab. Aber auch viele andere Waren für die Bekleidung von Kopf bis Fuß, für alle Lebenslagen zwischen Küche und Freizeit gab es auf dem Jahrmarkt, der in diesem Jahr seit Menschengedenken erstmals an einem Dienstag stattfand. Der Grund lag nach Stefan Hattenbach und Reiner Wäldele, vom ausrichtenden ARGE-Verband darin, dass es in dieser Zeit zu viele terminliche Überschneidungen für die Händler gebe, so dass diesen ein Ausweichtermin angeboten wurde und dieser von über 40 Händlern genutzt wurde. „Entweder wir gehen auf den Dienstag oder es gibt keinen Jahrmarkt mehr“. So entschied sich die Gemeinde für den Dienstag, zumal der Markt eine lange Tradition habe und ein richtiger Familientag sei, an dem sich alle Generationen zum Marktbummel mit „Veschperpause“ und „Schwätzle“ treffen. Gleiches gelte für die Betriebe, die zur Mittagszeit oder nach Feierabend den Markt besuchten, so der Bürgermeister, der aber nicht preisgab, ob er sich ein Speck- oder doch lieber ein Vesperbrettel kaufen wird.

Zum 19. Mal organisierte die im Auftrag der Gemeinde den Markt, der durch die Baumaßnahme am „Achertäler Dom“ etwas eingeschränkt war. Dessen ungeachtet herrschte den Tag über bei typischem Jahrmarktswetter ein reges Treiben im Marktflecken, wo es getreu dem uralten Metzger-Motto „Wenn Sie diese Büx nicht öffnen, hält die ewig“ auch allerlei Leckerbissen in der Heimat der „Hex vom Dasenstein“ gab. Denn es waren die Bäcker, Metzger und Wirte, die 1810 das Marktrecht beantragten, denen aber das  Großherzogliche Bezirksamt in Achern nach allen Regeln der Beamtenkunst eine glatte Abfuhr erteilte. Echte „Kappler“ lassen sich aber von keinem Amt erschrecken, sie forderten weiterhin das Marktrecht und 1820 genehmigte das Badische Innenministerium die Abhaltung gleich von drei Viehmärkten. Ein Jahr wurden drei Krämermärkten für „Kappel unter Rodeck“ genehmigt und zwar zu Martini (11. November), an Gallus (16. Oktober) und Johanni (24. Juni), geblieben ist der Martini-Jahrmarkt.

Quelle: Roland Spether

"Was ist die richtige Funktionsweise eines Veschperbrettels" lautete das Motto der "Ausbildungsrundgangs" von Bürgermeister Stefan Hattenbach mit seinen jungen Azubis Hanna Buntruh und Fabian Bimmerle