Gemeinde Kappelrodeck

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Anspruchsvolle logistische Aufgaben professionell gelöst

Die Freiwillige Feuerwehr Kappelrodeck absolvierte am Samstagnachmittag ihre Spätjahreshauptprobe, sie hatte mit einer Brandannahme in einem Anwesen im Ortsteil Zinsel im Außenbereich eine anspruchsvolle Aufgabe zu lösen. Die Achertalwehren leisteten Überlandhilfe. Bereits die Anfahrten, 3,7 Kilometer vom Feuerwehrgerätehaus Waldulm, 5,6 Kilometer von Kappelrodeck und 5,4 Kilometer über Lauenbach von Ottenhöfen her, weitgehend bergauf über schmale und kurvenreiche Straßen und teils Waldwege, erforderten bei aller Eile große Konzentration und die Positionierung der Einsatz- und Löschfahrzeuge verlangte in den beengten Verhältnissen eine durchdachte Logistik. Angenommen wurde ein Feuer im Ökonomiegebäude, verursacht durch Reparaturarbeiten am Traktor. Der Mechaniker erlitt dabei Verletzungen, er und zwei Kinder im Obergeschoss des Ökonomiegebäudes waren zu retten.

Um 15 Uhr erfolgte die Alarmierung und die Feuerwehrleute rückten aus, voran der Einsatzleitwagen und die ersten Löschfahrzeuge. Gezielt wurden nach der Ankunft beim Anwesen die Fahrzeuge platziert und nachdem sich Einsatzleiter Jochen Keckeis bei zwei Bewohnern des Anwesens erkundigt und sich ein Bild von der Lage gemacht hatte, begannen zügig alle Maßnahmen für Löschangriff und Personenrettung. Dabei stand die nächste logistische Herausforderung an. Da das Anwesen selbst keinen Löschteich hat, musste über 1,2 Kilometer eine Löschwasserleitung hoch zum Löschwasserbehälter Blaubronn gelegt werden. Alles ging ruhig und zügig vor sich. Gezielt wurde der erste Löschangriff aufgebaut, die Leitungen zum Löschwasserteich wurden gelegt und die sichere Rettung der verunfallten Personen wurde angegangen. Die Ottenhöfener Feuerwehrkameraden leisteten Hilfe bei der Wasserversorgung und für die Verkehrssicherung auf der Blaubronn, Seebachs Feuerwehr ging die Brandbekämpfung von oberhalb des Anwesens an und baute eine Riegelstellung auf. Das DRK hatte derweil seinen Standort in sicherer Entfernung im Anwesen unterhalb des Übungsobjekts eingerichtet, übernahm die Verletzten in sicherer Entfernung vom Brandort, leistete erste Hilfe und transportierte sie mit Unterstützung durch die Feuerwehr zum sicheren Standort. Zwei Helferinnen vom Kriseninterventionsteam übernahmen die psychische Betreuung.

Die Kommandanten der Wehren, die Alterskameraden sowie die Jugendfeuerwehr beobachteten die Übung, von der Polizei waren Acherns Revierleiter Guido Kühn und Polizeihauptmeister Udo Tetzlaff vor Ort, die Gemeinde war durch Bürgermeister Stefan Hattenbach sowie Gemeinde- und Ortschaftsräte vertreten. Nach rund einer Stunde konnten die Feuerwehren vom Übungsort wieder abrücken, die Nachbesprechung fand in der Pfarrberghalle in Waldulm statt. Dort erläuterte Florian Schnurr die Übung, der Ottenhöfener Kommandant Jan Streibelt besprach sie: „Das Objekt spricht für sich, in allen unseren Talgemeinden haben wir solche entlegenen Anwesen. Die Durchführung ließ erkennen, dass unsere Feuerwehrkonzepte zusammenpassen, die Übung selbst lief ohne Hektik in zügiger und gezielter Weise ab und strahlte Professionalität aus.“ Bürgermeister Stefan Hattenbach stellte heraus: „Heute konnten wir sehen, wie wichtig es ist, ein wasserführendes Fahrzeug für den Erstangriff zu haben. Insofern ist es gut, dass wir für die Waldulmer Abteilung ein neues MLF anschaffen.“ Hattenbach mahnte vor dem Hintergrund der Übung noch die Verkehrssicherungspflicht für Privatleute an, dass keine Bäume auf die Straße stürzen können, und visierte eine Stabsdienstordnung sowie einen Notfallplan an. Die Zusammenarbeit der Wehren bezeichnete er als perfekt. Kommandant Achim Dürr zeigte sich in seinem Schlusswort erfreut, dass die Alarmierung verbessert ist, war sich aber sicher, dass es bis zu einer digitalisierten Form noch länger dauern werde.

Quelle: Berthold Gallinat

Feuer in einem Schopf, verbunden mit Menschenrettung, hieß die Aufgabe der Feuerwehr Kappelrodeck bei ihrer Spätjahreshauptprobe
Feuer in einem Schopf, verbunden mit Menschenrettung, hieß die Aufgabe der Feuerwehr Kappelrodeck bei ihrer Spätjahreshauptprobe