Gemeinde Kappelrodeck

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Aktuelles aus dem Rathaus

Blick in den Untergrund hilft, Kappelrodecker Abwassernetz fit für die Zukunft zu machen

Einen Blick in den Untergrund unternimmt derzeit die Gemeinde Kappelrodeck. In großem Stil lässt sie aktuell ihre Kanäle reinigen und untersuchen.
Knapp 10 Mio. Euro beträgt der Anlagenbuchwert beim Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung- den ganz überwiegenden Löwenanteil davon bilden die Kanäle mit einer Gesamtlänge von über 50 Kilometern und über 2.000 Haltungen. Der Wiederbeschaffungswert aller Abwasserkanäle, die oft in den 60er Jahren gebaut wurden, läge sogar bei knapp 40 Mio. Euro. Zur Relation: Alle Hochbauten der Gemeinde Kappelrodeck, d.h. die Gebäude von Schulen, Hallen, Kindergärten, Verwaltung, Bauhof, Schwimmbad, Vereinsheime und vielem mehr  haben einen Buchwert von aktuell rund 9 Mio. Euro. "Alleine schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen für uns Grund genug,  ein effizientes Bestands- und Entwicklungsmanagement für dieses Bürgervermögen zu etablieren.", so Bürgermeister Stefan Hattenbach. Die Rechnung sei einfach: Würde zu früh saniert, werden Nutzungsreserven vernichtet, wird zu spät saniert, wird es überproportional teuer für den Gebührenzahler- gleichermaßen, wie wenn beispielsweise das falsche Mittel für Sanierung oder Instandsetzung gewählt wird. Und dabei handle es sich gleich um signifikante Beträge, weiß Bauamtsleiter Paul Huber. Nicht außer Acht zu lassen sei auch die Problematik von zunehmenden Starkregenereignissen, die schlimmstenfalls auf ein nicht vollständig funktionsfähiges Entwässerungsnetz träfen. Oder auch in das Netz eindringendes Fremdwasser, das den kompletten, aufwändigen Abwasserbehandlungsprozess in der Kläranlage durchläuft.  Dass man da nicht "nach Bauchgefühl", sondern auf einer belastbaren Datenbasis steuert, verstehe sich von selbst. Schlimmstenfalls würde durch Nichtstun auf Kosten der Zukunft gelebt, in dem eine marode bis hin zu funktionsbeeinträchtigte öffentliche Infrastruktur an die Nachfolger übergeben wird, also sei das auch eine Frage der Generationengerechtigkeit. " Wir dürfen die Kosten unserer Lebensweise nicht länger auf künftige Generationen abwälzen. Was wir heute verbrauchen, muss auch heute bezahlt werden.", so Bürgermeister Stefan Hattenbach, dem neben dem ökonomischen auch ein ökologischer Aspekt sehr wichtig ist: "Gelangen Abwässer über undichte Kanäle unter unseren Häusern, Gärten und Straßen ungeklärt in das Erdreich und den natürlichen Wasserkreislauf, so kann das fatale Folgen haben. Letztlich ge-langen sie damit auch im Grundwasser und über dieses schlimmstenfalls in das wertvoller werdende Gut Trinkwasser." Auch das wäre eine Hypothek, die man in Kappelrodeck nicht weitergeben will. Nach gewaltigen finanziellen Anstrengungen der letzten Jahre soll nun nicht nur die Eigenkontrollverordnung umgesetzt, sondern auch  die Kappelrodecker Netzinstandhaltungsstrategie fortgeschrieben werden. Aus diesem Grund wird dieser Tage in großem Umfang das Kappelrodecker Abwassernetz gereinigt und einer Video-Inspektion unterzogen. Insbesondere die Bereiche "Widig" über die Waldulmer Straße bis zur Hauptstraße und das Wohngebiet "Klaus" stehen hier im Fokus. Die Aufträge für die Durchführung mit einem Volumen von rund 43.000 Euro wurden an regionale Fachfirma aus Achern vergeben, mit der aktualisierten Datengrundlage soll dann die Instandhaltungsstrategie fortgeschrieben werden.

Blick in den Kappelrodecker Untergrund: Bürgermeister Stefan Hattenbach und Bauamtsleiter Paul Huber vor Ort bei der Inspektion des Kappelrodecker Abwassernetzes