Gemeinde Kappelrodeck

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Aktuelles aus dem Rathaus

Jumelage Kappelrodeck - Rosheim

„Als der „Baum der Freundschaft“ gepflanzt, ein herrliches Konzert auf der Silbermann-Orgel verklungen und die riesige Geburtstagstorte mit Symbolen von Rosheim und Kappelrodeck kredenzt war, dachten alle im Saal, dass die Überraschungen zur „Silber-Hochzeit“ der Gemeinden vorbei sind. Doch da täuschten sich die Freunde aus Kappelrodeck und Waldulm aber so gehörig getäuscht, dass mancher nur noch mit großen Augen da saß und der ansonsten sehr beredte Bürgermeister Stefan Hattenbach feststellen musste: „Was soll man dazu noch sagen“. Doch blitzschnell war ihm die historische Bedeutung des Moments bewusst, nachdem kurz zuvor Albert Schneider von Bürgermeister Michel Herr zum Ehrenbürger von Rosheim ernannt wurde. „Wenn das kein deutliches Zeichen ist: ein deutscher Staatsbürger wird Ehrenbürger einer französischen Gemeinde“. Auch dem Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees Albert Schneider fehlten kurz die Worte, zumal Michel Herr mit dem Vertreter des deutschen Konsuls in Straßburg, Stefan Dörr, und der Europa-Abgeordneten Anne Sander diese hohe Ehre verlieh. Diese reichte er symbolisch weiter an die vielen begeisterten Wegbegleiter in Rosheim, Kappelrodeck und Waldulm, die in den vergangenen 25 Jahren die Jumelage zu einer echten, tiefen und fantastischen Freundschaft werden ließen. Deshalb war des Öfteren „Vive la jumelage“, „Es lebe die deutsch-französische Freundschaft“ und vor allem „Vive l’Europe“ zu hören, denn immer wieder wurde dieses klare Bekenntnis zu Europa ausgesprochen, als Hymne gesungen oder durch Fahnen gezeigt.  Es war ein deutsch-französischer Festtag von besonderer Güte, ein dankbarer Rückblick auf 25 Jahre gelebter Freundschaft und ein Symbol der Hoffnung für ein Europa in Frieden und Freiheit. „Damals haben sich die Grenzen geöffnet und ich wollte unseren Bürgern die Gelegenheit geben, Menschen anderer Länder kennenzulernen“, so der „Gründer-Bürgermeister“ Klaus-Peter Mungenast. Denn er sei damals mit den Gemeinderäten „zutiefst überzeugt“ gewesen, dass das gegenseitige, grenzenlose Kennenlernen zum Frieden in Europa beitrage und jahrhundertelange Vorurteile und Konflikte überwunden werden können. Dies thematisierte auch deutlich Stefan Hattenbach, der die Zukunft von Gemeindepartnerschaften in einer globalisierten Welt wichtiger denn je sieht, um „das Haus Europa zu bauen und europäischen Bürgersinn zu entwickeln“. Denn Frieden, Freiheit und Wohlstand seien nicht selbstverständlich und können schnell wieder verloren gehen, dies müsse der jungen Generation deutlich vor Augen geführt werden. Denn „das englische Beispiel des Brexit sollte uns Europäer warnen“, auch in Deutschland gebe es kritische Stimmen zu Europa bis hin zur Abschaffung des EU-Parlaments. „Ein schwaches Europa kann niemand wollen, außer andere Mächte“. Dass die Jumelage ein „starkes Zeichen für Frieden, Toleranz und Vielfalt“ ist, wurde von allen Rednern in verschiedenen Nuancen bekräftigt. So berichtete Präsident Alfred Robinius von den „Visionären aus Kappelrodeck“, die Willy Schneider auf die Suche schickten und dieser am 24. August 1992 in Rosheim anklopfte. Es war Liebe auf den ersten Blick, aus der sich auf der Basis der deutsch-französischen Freundschaft ein „Modell für Europa“ entwickelte. „Die Jumelage war eine fantastische Idee, die sich parallel zur Europäischen Union entwickelte“, so  Michel Herr, der an die „Architekten des neuen Europa“ Charles de Gaulle und Konrad Adenauer und deren Élysée-Vertrag 1963 erinnerte. Nach den Kriegen war es ein Traum von wenigen, der heute zur Hoffnung für viele und zu einem weltweiten Beispiel wurde. 

„Es leben die deutsch-französische Freundschaft und Europa“ - Anschnitt der Geburtstagstore mit europäischen Gästen – v.l. Alfred Robinius, Anne Sander, Gründer-Bürgermeister Klaus-Peter Mungenast, Stefan Hattenbach, Stefan Dörr vom Konsulat, Bürgermeister Michel Herr und Albert Schneider

Enthüllung einer Erinnerungstafel am Platz von Kappelrodeck-Waldulm in Rosheim

Die Partnerschaft lebt auch von Symbolen, nach dem Wegweiser in Kappelrodeck gibt es nun auch einen in Rosheim – v.l. Albert Schneider, Michel Herr, Stefan Hattenbach und Alfred Robinius

 

Quelle: Roland Spether

Presse du 30 septembre 2019 - 25eme anniversaire du jumelage