Gemeinde Kappelrodeck

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Aktuelles aus dem Rathaus

Jahrmarkt in Kappelrodeck

„Wurst essen mit dem Bürgermeister“ steht zwar nicht auf dem Lehrplan für Verwaltungsfachangestellte mit praktischer Anwendung. Doch in Kappelrodeck mit einer fast 200-jährigen Jahrmarkt-Tradition ist es für Bürgermeister Stefan Hattenbach ein kulinarischer Pflichttermin, die Amtsstube zu verlassen und mit seinen Azubis und dem Chef des Gewerbevereins Joachim Kasper einen chilligen Marktbummel zu machen und an einem Wurststand eine gemütliche „Veschper-Pause“ einzulegen. Diese besondere Unterrichtsstunden mit kompetenter Lehrkraft hat Alina Bohnert und Linda Decker richtig gut gefallen, zumal beim Rundgang über das Gelände mit etwa 50 Ständen auch noch so manches Insider-Wissen vom Kauf scharfen Meerrettichs über neueste Kochlöffel bis zu abwaschbare Tischdecken und warmen Mützen vermittelt wurde. Der „Kappler“ Bürgermeister erwies sich als ein ausgemachter Jahrmarkt-Experte, pries den Markt in höchsten Tönen und weihte seine „Lehrlinge“ in alles ein, was qualifizierte Verwaltungsfachleute der Zukunft über Tradition und Brauchtum in einer badischen Gemeinde wissen müssen. Noch dazu, wenn mit Alina Bohnert die „Saschwaller“ Weinkönigin in „seinem“ Rathaus ausgebildet wird.

„Der Jahrmarkt ist ein Familientag, an dem sich alle Generationen treffen, um gemeinsam zu bummeln und zu essen“, so Stefan Hattenbach. Gleiches gelte für die Betriebe, die zur Mittagszeit oder am Abend gemeinsam den Markt besuchten. „In Zeiten, in denen E-Commerce an Bedeutung gewinnt, ist der Jahrmarkt eine willkommene Alternative zum Internet-Handel. H?er kann vor dem Kauf gerochen, berührt, probiert und mit den Marktleuten gesprochen werden. Darin sah der Bürgermeister einen großen Vorteil zum Shopping im weltweiten Netz, wobei dieses auch eine Konkurrenz zu den Händlern ist. Doch der Markt in Kappelrodeck um „Martini“ ist für viele Stammhändler ein „Muss“, er wurde zum 21. Mal vom ARGE-Verein ausgerichtet und bot in dem „Kaufhaus unter freiem Himmel“ all das, was kleine und große Kunden so fürs tägliche Leben brauchen. Auch Bäcker, Metzger und Gastronomen kredenzten Spezialitäten, denn es waren ihre Vorfahren, die vor 198 Jahren dem Großherzoglichen Bezirksamt in Achern mächtig Dampf unter die Aktenordner machten und auch einen Markt wollten. Doch die hohen Herren dachten nicht im Geringsten daran, das Marktrecht zu verleihen. Da hatten sie die Rechnung nicht ohne die „Kappler” gemacht, die nicht locker ließen und an höchster Stelle Sturm liefen. So genehmigte das Badische Innenministerium 1821 nach nochmaligem Nachhaken die Genehmigung von drei Krämermärkten für „Kappel unter Rodeck“. Diese betraf die Märkte zu Martini (11. November), Gallus (16. Oktober) und Johanni (24. Juni), damals gab es auch Wochenmärkte. Geblieben ist der Martini-Jahrmarkt, der bei Gästen zumal in der Heimat der „Hex vom Dasenstein“ seinen Reiz nicht verloren hat. Und sei es nur, um über den Markt zu gehen und eine Wurst zu essen.

Bei einem lehrreichen Rundgang über den Jahrmarkt wurden die beiden
Bei einem lehrreichen Rundgang über den Jahrmarkt wurden die beiden "Azubis" in die Geheimnisse auch von neuesten Putzgeräten - hier Bürgermeister Stefan Hattenbach mit den Auszubildenden v.l. Alina Bohnert und Linda Decker und Joachim Kasper vom Gewerbeverein
Lehrreiche Shoppingtour für Auszubildende auf dem Jahrmarkt - das gibt es nur in
Lehrreiche Shoppingtour für Auszubildende auf dem Jahrmarkt - das gibt es nur in "Kappel" - v.l. Alina Bohnert und Linda Decker