Gemeinde Kappelrodeck

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Aktuelles aus dem Rathaus

Bienenhotels und Bienenbaum für den Obstlehrpfad

Der Obstbauverein Kappelrodeck veranstaltete am Mittwochabend im Gasthaus Linde seine Mitgliederversammlung, Obstbauberater Hansjörg Haas vom Landratsamt Ortenaukreis referierte in der Veranstaltung über Nachbarrecht bei Bepflanzungen an und im Bereich der Grundstückgrenze.

Vorsitzender Wilhelm Adler blickte auf zwei völlig gegensätzliche Obstjahre zurück. „Wir hatten 2107 ein Jahr mit Frost, Kälte und viel Feuchtigkeit, das uns wenig Obstertrag, je nachdem sogar gar keinen erbrachte. Das vergangene Jahr dagegen war heiß und trocken und bescherte einen Vollertrag. Gut ist derzeit der häufige und intensive Niederschlag, damit steigt nach der langen Trockenperiode bis weit in den Herbst hinein der Grundwasserspiegel wieder.“ Da die Mitgliederversammlung des Obstbauvereins im zweijährigen Turnus erfolgt, berichtete Schriftführer Andreas Baßler über zwei Jahre. In beiden Jahren widmete sich der Obstbauverein Kappelrodeck zusammen mit dem Obstbauverein Waldulm jeweils in drei Arbeitseinsätzen dem Obstlehrpfad entlang des Fautenbachs, 2017 stifteten die beiden Obstbauvereine zwei Insektenhotels am Obstlehrpfad. Am 9. April 2017, so Baßler, konnte man beim Besuch des Mösbacher Kirchblütenzaubers noch den reichlichen Blütenansatz bewundern, eine Woche später machte der Frost alle Herrlichkeit zunichte. Das Vereinsjahr 2017 endete mit der Feier des 90-jährigen Bestehens des Kappelrodecker Obstbauvereins, zusammen mit dem Nachbarn aus Waldulm wurde am Obstlehrpfad in der Nähe des Bienenstands ein Bienenbaum gepflanzt.

Im Februar 2018 war der Besuch der Brennerei „Feiner Kappler“ eine lehrreiche Veranstaltung, im Juni pflegte man beim Partnerschaftstreffen mit der elsässischen Gemeinde Rosheim den Kontakt zu den Rosheimer Obstbauern und erfuhr beim Besuch der Brennerei Scheibel viel Wissenswertes. Der Jahresausflug 2018 führte in den Kraichgau. „Auf dem Programm stand am Morgen die Besichtigung des Bio-Obsthofes Filsinger im Wieslocher Ortsteil Baiertal“, berichtete Andreas Baßler, „am Nachmittag waren wir im Winzerkeller Wiesloch. Beide Besichtigungen mit Führung waren für uns sehr informativ.“ Mit dem Hinweis auf die Teilnahme an Obstbau-Veranstaltungen endete der Bericht. Kassier Gebhard Graf gab einen positiven Kassenbericht, Kassier und Vorstand wurden einstimmig entlastet.

„Nachbarrecht gilt immer von privat zu privat, nicht von öffentlich zu privat“, stellte Referent Hansjörg Haas zu Beginn seines Referats heraus und betonte auch: „Es gibt sehr viel, was zu tolerieren ist. Prinzipiell gilt: Alles, was ich an meine Grundstücksgrenze pflanze, muss vom eigenen Grundstück aus bewirtschaftet werden können, ich hafte für verursachte Schäden.“ An Bildbeispielen vermittelte Haas spezifische Situationen und beantwortete auch Kniffliges: „Ragt ein Ast eines Baumes in mein Grundstück, so gehört die Frucht daran dem Besitzer des Baumes. Sie zu pflücken wäre Diebstahl. Ist sie aber auf mein Grundstück gefallen, so gehört sie mir. Ich habe aber das Recht, den Nachbarn aufzufordern, so zu schneiden, dass nichts auf mein Grundstück herüberragt. Notfalls kann ich das machen lassen und in Rechnung stellen.“

Bürgermeister Stefan Hattenbach stellte in einem Grußwort die Attraktivität des Obstlehrpfads heraus und würdigte die Obsterzeuger für ihre Arbeit und insbesondere für ihre Gestaltung einer attraktiven Landschaft: „Ohne Obstbau wäre die Region nicht ärmer, sondern wirklich arm.“

Quelle: Berthold Gallinat

Obstbauberater Hansjörg Haas referierte beim Obstbauverein Kappelrodeck über Nachbarrecht
Obstbauberater Hansjörg Haas referierte beim Obstbauverein Kappelrodeck über Nachbarrecht