Gemeinde Stimpfach

Seitenbereiche

Volltextsuche

Ihr Draht zu uns

Gemeinde Kappelrodeck Hauptstraße 65
77876 Kappelrodeck
Tel.: 07842 8020
Fax: 07842 80276
E-Mail schreiben

Neues aus dem Rathaus

Seltener Blick in das Innere des Faulturms auf der Kappelrodecker Kläranlage bleibt ohne böse Überraschungen

Die Verbandskläranlage in Kappelrodeck ist die größte Umweltschutzeinrichtung des Achertales. Sämtliche Abwässer von Bürgern in Betrieben aus Seebach, Ottenhöfen, Kappelrodeck und Waldulm werden hier fachmännisch aufbereitet und entsorgt. Ein wesentliches Element der Anlage sind die beiden Faultürme. In diesen Reaktoren wird der Schlamm ausgefault, bevor er letztlich thermisch verwertet wird und somit energetisch genutzt wird. Das in den Faultürmen dabei entstehende Biogas wird in den Blockheizkraftwerken des interkommunalen Verbandes genutzt, um regenerativ Strom und Wärme zu erzeugen. Im Reaktor 1, einem Faulturm aus den Achtzigerjahren war es zuletzt zu Komplikationen gekommen: Verzopfungen aus Kunststoff und anderen Materialien im Rohrsystem führten dazu, dass das System nicht mehr optimal gefahren werden konnte. Zudem war der Zustand der Innenhülle gänzlich unbekannt, da dieser seit über 20 Jahren nicht mehr in Augenschein genommen werden konnte. Das Bauwerk hat eine Höhe von rund 17 m, 7 m davon liegen unterhalb der Erdoberfläche. Dieser Tage wurde in einem generalstabsmäßig geplanten Projekt mit externer Unterstützung der 400 m³ fassende Faulturm geleert. Teilweise mussten die Verzopfungen  mit der Kraft des Gabelstaplers aus dem Rohrleitungssystem gezogen werden. Die Einleiter waren davon nicht betroffen, Abwässer von Bürgern und Betrieben wurden wie immer rund um die Uhr angenommen. Die seltene Möglichkeit, einen Blick auf die Innenwand des Faulturms zu werfen ließen sich auch Verbandsvorsitzender Stefan Hattenbach und Verbandsingenieur Paul Huber nicht nehmen. Soweit nach aktuellem Stand ermittelbar ist, befindet sich die Innenhülle in einem erstaunlich guten Zustand, so das erste Fazit.

Video- und Fotoaufnahmen sollen dann jetzt detailliertere Informationen zum Zustand der Innenhülle liefern. Danach wird der Reaktor wieder langsam angefahren, was nach Schätzung des Betriebsleiters Ulrich Meidinger 4 bis 5 Wochen in Anspruch nehmen wird, da das sensible System behutsam neu aufgebaut werden muss, wobei pH-Wert und Temperatur eine wichtige Rolle spielen. Verzopfungen wird es in Zukunft weniger geben, da der Verband vor wenigen Jahren in einen neuen Rechen investiert hat, der mit geringerer Spaltbreite dafür sorgt, dass entsprechende Stoffe im Abwasser nicht in den Faulturm gelangen.

Verbandsingenieur Paul Huber, Betriebsleiter Ulrich Meidinger und Verbandsvorsitzender Stefan Hattenbach
Verbandsingenieur Paul Huber, Betriebsleiter Ulrich Meidinger und Verbandsvorsitzender Stefan Hattenbach