Gemeinde Kappelrodeck

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Aktuelles aus dem Rathaus

Brodelnder Hexenkessel in Kappel

„Ab heute ist die Schule aus, drum schnellstens ab rein ins Haus und eins, zwei, drei die Hexe raus“, motivierte die Kappler Dorfbrätsch am Nachmittag für den traditionellen Kappler Hexenumzug am Schmutzigen Donnerstag. Das ließen sich die fastnachtverrückten Kappler nicht zweimal sagen, beflügelt von der Musik aus der Dorfbrätsch strömten sie vom Dasenstein und aus dem Steinebach, vom Schlossberg und vom Eichewäldele, von der Ladstatt und von den Bernhardshöf und aus allen Zinken Kappels herbei und trafen bis gegen 17 Uhr beim Sammelplatz am Bahnhof ein. Eine gute vierstellige Zahl dürfte es schon gewesen sein. In ihrer typischen Kluft, bunte Röcke, knallfarbene Hexenpeter und schmucke Tüllhauben, gaben sie ein farbenprächtiges Bild ab. Die Kappler Hexentanzgruppe unter Hexenmeisterin Nadja Lederer tummelte sich zu dieser Zeit schon am Marktplatz und erfreute die ersten Umzugsbesucher mit Hexentänzen. Rechtzeitig machte sie sich unter den Klängen des Spielmanns- und Fanfarenzugs auch auf, die Hauptstraße hinunter zum Sammelplatz.
Kurz nach 17 Uhr schwang Schudibott Ingo Müller die Schell und angeführt von der „Kappler Musi“ und dem Elferrat setzte sich der bunte Hexenhaufen in Richtung Marktplatz in Bewegung. Jung und Alt, Groß und Klein zog los und der „Hexesume“, der noch nicht laufen konnte, war gut in die „Kinderschäs“ eingebettet oder wurde auf dem Arm getragen oder auf die Schultern gesetzt. Die Hauptstraße war inzwischen voll gesäumt von Zuschauern, so dass genug Volk da war, dem die Hexen mit dem Besen über die Schuhe kehren oder mit den Händen das Haar zerzausen oder ein Herzchen auf die Wange malen konnten. Auch im Rathaus war das Hexenfieber ausgebrochen und so bugsierten die Rathaushexen einen Riesenhexenbesen durch die Hauptstraße und schenkten dem Publikum zusammen mit Hexenobermeister Stefan Hattenbach einen feinen „Bibbele-Eierlikör“ ein.
Immer wieder machte der Umzug einen Halt, dann wurde getanzt und geschunkelt und aus voller Kehle gesungen: „Ja so fidel, fidel, wie wir Kappler sind, ja sind, …“ und allenthalben erscholl der Schlachtruf „Ludder Kappler Hexe“. Für musikalisches Gebläse sorgten neben Trachtenkapelle und Spielmannszug die Waldulmer Rotwinschlotzer. Die Hexentanzgruppe unter dem Kommando ihrer Hexenmeisterin Nadja Lederer wiederum nutzte den Halt, um dem Publikum ihr Tänze und akrobatische Figuren vorzuführen. Am Markplatz schließlich verdichtete sich das Hexendefilee zum brodelnden Hexenkessel. Und die Hexentanzgruppe entfachte mit bengalischem Feuer in ihrem Hexenkessel noch ein besonderes Spektakel und tanzte um den Hexenkessel herum. Danach ging es am Marktplatz noch munter weiter, bis die Schudis kamen und sich das fastnachtliche Treiben in die Wirtschaften verlagerte.

Quelle: Berthold Gallinat