Gemeinde Kappelrodeck

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Aktuelles aus dem Rathaus

Neue Bestattungsform und zusätzliche Urnenstelen auf dem Friedhof Kappelrodeck erhalten kirchlichen Segen

Im Aufgabenportfolio der Gemeinde gibt es wenige Bereiche, die sensibler und mit mehr Intimität und Pietät versehen sind als das Thema Tod und Trauern, das oft auf den gemeindlichen Friedhöfen verortet ist.
"So individuell und einzigartig wie wir Menschen sind, so individuell ist die Form des Trauerns und Abschiednehmens. Über alle Generationen und Kulturkreise hinweg und auch innerhalb eines jeden Kulturkreises unterschiedlich." So beschriebt Bürgermeister Stefan Hattenbach die Eindrücke aus der kommunalen Praxis. Egal, wie man dazu stehe: Ob es gesellschaftliche Entwicklung sind, die die Grabpflege erschweren, oder andere Beweggründe der Verstorbenen oder deren Angehörigen: Die Zahl der Feuerbestattungen in Kappelrodeck und Waldulm ist hoch und nimmt zu. Aufgabe der Gemeinde sei es, den oftmals letzten Wünschen bestmöglich gerecht zu werden.
Sabine Lamm, die die Friedhofsverwaltung der Gemeinde verantwortet belegt dies mit eindrücklichen Zahlen: Vor 10 Jahren waren es in Kappelrodeck noch 32 Sargbestattungen, die Zahl der Feuerbestattungen lag bei 25. Schon 2017 waren es 41 Feuerbestattungen und 18 Beerdigungen, 2019 lag der Anteil der Urnenbeisetzungen bereits über 80 Prozent. Eine Größenordnung, die nach aktuellem Stand wohl auch 2020 die Relation darstellen wird.
Seit Jahren begleitet die Gemeinde aktiv diese Entwicklung, in den entsprechenden letzten Ruhestätten zur Verfügung gestellt werden. Die erste Urnenwand Friedhof Kappelrodeck mit 36 Nischen wurde 1995 eingerichtet, erläutert Bauamtsleiter Paul Huber. Diese Nischen wurden direkt in eine Mauer eingebaut. Jede Nische kann mit 2 Urnen belegt werden. Bereits 2003 musste der erste Erweiterungsabschnitt mit 48 Grabstätten in Urnenstelen gebaut werden.
In den nächsten Erweiterungsabschnitt, der 2010 erforderlich wurde, wurden dann vier Stelengruppen, mit jeweils 14 Grabplätzen errichtet, womit 56 weitere Bestattungsmöglichkeiten geschaffen wurden. Obwohl die 25jährige Ruhezeit der ersten Urnen bereits abgelaufen ist (die aktuelle Ruhezeit beträgt 20 Jahre) können auch die im Jahr 2014 zusätzlich geschaffenen 70 Grabstätten in Urnenstelen die weiter steigende Nachfrage nicht decken: Aktuell sind gerade noch drei Plätze auf dem Friedhof verfügbar. Und das, obwohl die Gemeinde jüngst auch die Zahl der Urnengräber deutlich erhöht hat und erst im letzten Jahr zusätzliche, neue Urnenwahlgräber geschaffen hat.
Deshalb wurde nun auf Vorschlag der Gemeindeverwaltung mit Beschluss des Gemeinderates weitere Urnenstelen errichtet, die 42 zusätzliche Grabstätten für Urnen bieten. Die Kosten der Gemeinde belaufen sich für die aktuelle Erweiterung auf über 35.000 Euro - ohne Eigenleistungen des Bauhofs und der Verwaltung. Die Investitionen der letzten Jahre gehen in Summe in die Hundertausende, so die Gemeindeverwaltung.
Eine ebenfalls gefragte Kombination aus einem gestaltbaren Urnenwahlgrab und einer Nische in einer Urnenstele ist ein Urnenwahlgrab in einer gestalteten Fläche. Damit findet die Urne einen Platz in der Erde, ohne dass ein Pflegeaufwand für Hinterbliebene entsteht. Ein Stein zeigt den Platz der letzten Ruhestätte auf dem Grabfeld. Auf Wunsch kann dabei auf eine Beschriftung verzichtet werden, so dass sogar eine anonyme Bestattung möglich wäre. Diese Möglichkeit wurde in den Vorjahren geschaffen, seit 2020 ist eine Nutzung möglich. Die Fläche umfasst 4,00 x 3,20 Meter, 20 -doppelt belegbare- Urnenplätze sind in dieser weiteren Urnen-Bestattungsform vorhanden. Eine erste Belegung ist bereits erfolgt. Dekan Georg Schmitt und Pfarrer Andreas Moll segneten im Rahmen der Einweihung die neuen Urnenstelen und das neue, gestaltete Urnengrabfeld. Die hoben die Bedeutung des "Gottesackers" zum Trauern und Abschied nehmen hervor, ebenso wie die Unausweichlichkeit des Endes jedes irdischen Daseins. Trost, Kraft und Zuversicht wünschten sie auch allen Menschen, die Sterbende belgeiten oder Abschied von lieben Angehörigen oder Freunden nehmen müssen.

Dekan und Pfarrer Georg Schmitt , Bauamtsleiter Paul Huber, Pfarrer Andreas Moll, Marcel Schnurr (Bauhof), Bürgermeister Stefan Hattenbach, Christian Bruder (Bauhof) und Sabine Lamm (Friedhofsverwaltung)

Foto: Linda Decker