Gemeinde Kappelrodeck

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Aktuelles aus dem Rathaus

Besuch Dr. Susanne Eisenmann in Kappelrodeck - Der Mensch beginnt nicht erst beim Abitur

Ein großes Plakat gegen das Volksbegehren Artenschutz und die Frage „Haben wir eine Zukunft?“ war das erste, was Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann am Donnerstagabend sah, als sie zum Gespräch über Themen des ländlichen Raums und der Bildung im Winzerkeller Hex vom Dasenstein eintraf. Winzer und Obstbauern aus Kappelrodeck empfingen sie auf dem Burgunderplatz vor dem Winzerkeller und trugen der Kultusministerin und Spitzenkandidatin der CDU für die nächste Landtagswahl in Baden-Württemberg ihre Existenzsorgen vor: „Artenschutz ist uns Winzern und Obstbauern wichtig, aber das „Volksbegehren Artenschutz“ geht zu weit, so weit, dass viele von uns sowohl in der konventionellen als auch in der biologischen Landwirtschaft ihre Existenz verlieren.“ Dr. Susanne Eisenmann hörte aufmerksam zu, sie konnte die vorgetragenen Argumente und Sorgen nachvollziehen und sicherte zu, für eine bessere Lösung zum Artenschutz zu kämpfen. Dr. Susanne Eisenmann kam auf Einladung von MdL Willi Stächele nach Kappelrodeck, am Nachmittag hatte sie bereits die Badische Stahlwerke GmbH in Kehl besucht und sich ein Bild gemacht. „Sorgt dafür, dass wir ständig Strom haben und dass wir wettbewerbsfähig sind“, hatte man ihr dort mit auf den Weg gegeben.

Impulsreferate im voll besetzten Burgundersaal des Winzerkellers Hex vom Dasenstein eröffneten den Themenabend, der Vorstandsvorsitzende des Winzerkellers Hex vom Dasenstein Alois Huber, Bürgermeister Stefan Hattenbach, der Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbands Peter Wohlfarth und der Präsident des Landesverbandes Baden-Württembergischer Erwerbobstbau Franz Josef Müller trugen sie vor. Alois Huber wehrte sich dagegen, dass Winzer und Landwirte eigentlich nur noch als Umweltvergifter betrachtet werden: „Problem ist: Es gibt kein Verständnis mehr für die Agrarwirtschaft. Pflanzenschutz ist notwendig, auch die Bio- und Ökoproduktion benötigt Pflanzenschutz.“ Nach wie vor seien die geschmähten Landwirte diejenigen, die Kulturlandschaft pflegen und erhalten, was auch dem Tourismus zugut komme. Bürgermeister Stefan Hattenbach freute sich zu Beginn seines Referats über die Anwesenheit einer Reihe von Amtskollegen, in seinem Referat stellte er heraus: „Baden-Württemberg ist über die Fläche stark und ausgeglichen, was also dem ländlichen Raum schadet, schwächt das ganze Land. Deshalb gilt es, die Sache des ländlichen Raums zur Chefsache zu machen.“ Hattenbach riss als Themen an: Gemeindeentwicklung, Digitalisierung des ländlichen Raums, Gesundheit- und Pflegeversorgung, Verkehrsbelastung und Förderung des ÖPNV, Schulen vor Ort, Infrastruktur der Gemeinden. Er setzte sich in einem engagierten Plädoyer für die Förderung und Unterstützung der Landwirtschaft ein: „Der Erhalt unserer Kulturlandschaft und der Natur ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, ein Verlust der Kulturlandschaft hätte gesamtgesellschaftliche Folgen. Glaubt jemand, die Natur würde artenreicher, wenn diese Kulturlandschaft zu Busch- und Heckenland verwildern würde.“ Nicht zuletzt würde die regionale Produktion zugrunde gehen und es müssten Produkte aus dem Ausland eingeführt werden. Peter Wohlfahrt schilderte: „Die Weinwirtschaft steht vor Herausforderungen, wie es sie in den letzten 50 Jahren nie gab.“ Er plädierte für eine Mehrgefahrenversicherung, für die steuerfreie Rücklage für Landwirte und für Steillagenprogramme und bat die Ministerin, sich für den ländlichen Raum einzusetzen. Desgleichen tat Franz Josef Müller und warnte: Wenn das angestrebte Volksbegehren Artenschutz kommt, dann gehen ganze Landstriche für die Landwirtschaft verloren, angefangen vom Kaiserstuhl über die Baar bis zum Obstbau am Bodensee.

„Der ländliche Raum ist zentrale Säule unseres Landes, wirtschaftlich wie auch für den Tourismus“, bestätigte Dr. Susanne Eisenmann und sah als wichtigen Punkt: „Wir müssen alles dafür tun, dass wir die Gesellschaft nicht spalten. Eine Politik der Spaltung ist nicht zukunftsfähig“. Die Allgemeinurteile, dass Landwirte Tiere quälen, Pestizide rauspumpen und auf maximalen Gewinn aus seien, was zum Teil sogar zu Mobbing von Bauernkindern an Schulen geführt habe, dürften nicht hingenommen werden. Zum Volksbegehren sagte sie: „Was in Bayern Gesetz wurde, ist in Baden-Württemberg bereits Standard, und was jetzt realitätsfern und romantisierend für Baden-Württemberg gefordert wird, darf nicht Grundlage für die Zukunft werden.“ Sie stellte in Aussicht, gemeinsam mit Verbänden einen Gesetzentwurf zum Artenschutz einzubringen und zur Abstimmung zu bringen. Zum Thema Schulen sagte sie: „Das Konzept „Kurze Beine, kurze Wege“ steht. Mit uns wird es kein Schließkonzept für kleine Grundschulen geben und es muss wieder in die Köpfe: Der Mensch beginnt nicht erst beim Abitur.“ Sie lobte die baden-württembergische Schulvielfalt und plädierte, die verschiedenen weiterführenden Schulen als parallele Angebote für Begabungen zu sehen und nicht als Hierarchie. Die Abschaffung der Grundschulempfehlung nannte sie einen Fehler. Den Nachholbedarf in der Digitalisierung des Landes gestand sie ein, zum Erhalt der Versorgung auf dem Land plädierte sie, dass dem Verbraucher klar sein müsse, dass er mit seinem Konsumverhalten wesentlich dazu beitrage, dass infrastrukturelle Elemente zur Versorgung des ländlichen Raums erhalten bleiben. Einen politischen Seitenhieb wollte sie sich nicht verkneifen: „Die Fraktion, die im Bundestag am meisten fliegt, sind die Grünen.“  Mit kritischen Anmerkungen zur Datenschutzverordnung von Rosa Karcher und zur Schule von Anton Armbruster endete die Veranstaltung und Dr. Susanne Eisenmann trug sich noch ins Goldene Buch der Gemeinde ein.

Quelle: Berthold Gallinat

Winzer und Obstbauern aus Kappelrodeck nutzten den Besuch der Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann um auf die tiefgreifende Problematik des Volksbegehrens Artenschutz hinzuweisen
Winzer und Obstbauern aus Kappelrodeck nutzten den Besuch der Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann um auf die tiefgreifende Problematik des Volksbegehrens Artenschutz hinzuweisen
Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann referierte beim Besuch in Kappelrodeck im Winzerkeller Hex vom Dasenstein zu den Themen Entwicklung des ländlichen Raums, Digitalisierung und Bildung
Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann referierte beim Besuch in Kappelrodeck im Winzerkeller Hex vom Dasenstein zu den Themen Entwicklung des ländlichen Raums, Digitalisierung und Bildung
Im Rahmen ihres Besuchs in Kappelrodeck trug sich Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann auch ins Goldene Buch der Gemeinde ein. Von links: Bürgermeister Stefan Hattenbach, die Badische Weinkönigin Sina Erdrich, CDU-Ortsverbandsvorsitzender Rupert Bäuerle, die Ortenauer Weinprinzessin Victoria Lorenz, die Badische Weinprinzessin Hanna Mussler, MdL Willi Stächele
Im Rahmen ihres Besuchs in Kappelrodeck trug sich Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann auch ins Goldene Buch der Gemeinde ein. Von links: Bürgermeister Stefan Hattenbach, die Badische Weinkönigin Sina Erdrich, CDU-Ortsverbandsvorsitzender Rupert Bäuerle, die Ortenauer Weinprinzessin Victoria Lorenz, die Badische Weinprinzessin Hanna Mussler, MdL Willi Stächele
Im Rahmen ihres Besuchs in Kappelrodeck trug sich Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann auch ins Goldene Buch der Gemeinde ein. Von links: Bürgermeister Stefan Hattenbach, Vorstandsvorsitzender Winzerkeller Hex vom Dasenstein Alois Huber, Geschäftsführer Badischer Weinbauverband Peter Wohlfarth, Badische Weinkönigin Sina Erdrich, Präsident Erwerbsobstbau Baden-Württemberg Franz Josef Müller, Ortenauer Weinprinzessin Victoria Lorenz, CDU-Ortsverbandsvorsitzender Rupert Bäuerle, Badische Weinprinzessin Hanna Mussler, Vorstandsvorsitzender Oberkircher Winzer eG Franz Männle, MdL Willi Stächele
Im Rahmen ihres Besuchs in Kappelrodeck trug sich Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann auch ins Goldene Buch der Gemeinde ein. Von links: Bürgermeister Stefan Hattenbach, Vorstandsvorsitzender Winzerkeller Hex vom Dasenstein Alois Huber, Geschäftsführer Badischer Weinbauverband Peter Wohlfarth, Badische Weinkönigin Sina Erdrich, Präsident Erwerbsobstbau Baden-Württemberg Franz Josef Müller, Ortenauer Weinprinzessin Victoria Lorenz, CDU-Ortsverbandsvorsitzender Rupert Bäuerle, Badische Weinprinzessin Hanna Mussler, Vorstandsvorsitzender Oberkircher Winzer eG Franz Männle, MdL Willi Stächele